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Physiotherapie in der Gynäkologie

Die Physiotherapie entwickelt sich ständig weiter. Altes Wissen kombiniert mit neuen Erkenntnissen lässt neue Behandlungsformen entstehen. Gerade in der Gynäkologie gibt es Vieles, bei dem die Physiotherapie zur Gesundheit und zum Wohlbefinden der Frau beitragen kann.

Betreuung vor, während und nach der Schwangerschaft

Kinderwunsch
Der Kinderwunsch – im speziellen der unerfüllte Kinderwunsch – ist ein tiefgehendes, emotionales und komplexes Thema.
Die hormonelle Verhütung ist heute sehr weit verbreitet und nach ihrer Absetzung kann es oft lange dauern, bis sich der Körper wieder umstellt. Spannungen im oder um das Organ herum können die Funktion behindern oder auch das Zusammentreffen von Spermium und Eizelle erschweren.
Ziel der Behandlung ist es:

  • Ihre individuellen Bedürfnisse zu benennen
  • Sie in einen emotionalen Zustand zu bringen, in dem sie sich bereit fühlen, ein Kind zu empfangen
  • Spannungen zu lösen
  • Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich eine (ev. auch künstlich befruchtete) Eizelle einnisten und wachsen kann

Äußerst wichtig bei Behandlungen dieser Art ist meiner Meinung nach, dass sie Vertrauen zu ihrem Therapeuten bzw. Arzt haben und sich wohl fühlen. Und so wie die Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch sehr vielschichtig sein können, so ist oft auch eine Kombination von unterschiedlichen Behandlungsformen (Schul-/ Komplementärmedizin, Physiotherapie, Osteopathie, Cranio Sacral Therapie, Psychotherapie...) zielführender als eine allein.

Während der Schwangerschaft
In dieser Zeit können durch die sich ständig verändernden Verhältnisse im Körper, die unterschiedlichsten Symptome auftreten. Wie z.B. Verspannungen / Schmerzen im Nacken, Rücken, Gesäß, Ausstrahlungen ins Bein (Ischias), Schwellungen in den Füßen, Ziehen im Bauchraum...
Gönnen sie sich möglichst viel Ruhe (dieser Prozess erfordert viel Kraft und Energie), lagern sie ihre Beine hoch, bitten sie ihren Partner ab und zu um eine kleine Massage, hören sie auf ihren Körper und geben sie ihm, was er braucht.
Sollte dies nicht ausreichend sein, kann man mit Methoden wie der klassischen Massage, der Fußreflexzonenmassage, der Viszerale Osteopathie, dem Kinesiotape u.s.w. versuchen, die Symptome zu linder bzw. zu beheben.

Nach der Geburt
Bei einem natürlichen Geburtsvorgang wirken starke Kräfte auf die Strukturen des weiblichen Beckens ein. Knochen und Bänder müssen Zug- und Scherkräften standhalten, Muskeln werden gedehnt, Nerven und Organe komprimiert. Dadurch können Symptome wie z.B. Schmerzen in Rücken und Becken, Inkontinenz oder Sensibilitätsstörungen auftreten. Für gewöhnlich verschwinden diese Symptome nach einigen Wochen wieder, wenn der Körper sich regeneriert hat. Sollte dies nicht der Fall sein, oder Sie diesen Prozess unterstützen wollen, stehen Ihnen dazu diverse passive und aktive Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

  • Die Cranio-Sacral-Therapie und die Viszerale Osteopathie helfen, die Spannungen in Knochen, Gelenken, Bändern, Faszien und Muskeln zu lösen und so die Funktion der Organe wieder zu gewährleisten.
  • Die Fußreflexzonenmassage steigert die Durchblutung und unterstützt so den Selbstheilungsprozess Ihres Körpers.
  • Unabhängig davon wie sie entbunden haben, sollten Sie so bald wie möglich mit Rückbildungsgymnastik anfangen! Denn die Dehnung der Beckenbodenmuskulatur entsteht nicht nur bei der Geburt, sondern entwickelt sich auch durch den wachsenden Druck des Babys über Monate hinweg. Das Training hilft Ihnen, schneller wieder kontinent zu werden und gibt Ihnen die Stabilität, die Sie für diesen neuen Lebensabschnitt brauchen.

Dafür wünschen wir Ihnen alles Gute und viel Freude!  

Periodenschmerzen

Gebärmutter und Eierstöcke stehen über Bänder und Faszien mit den umliegenden Organen und Knochen in Verbindung. Geben diese Strukturen den Bewegungen des Uterus während der Periode nicht nach, treten Schmerzen auf. Mit der viszeralen Osteopathie (viszera = Eingeweide) werden diese Restriktionen (= Verklebungen) gelöst und die Schmerzen verschwinden bereits nach wenigen Behandlungen.

Auch die Fußreflexzonenmassage und das Kinesiotape stellen effektive Methoden dar, um Symptome akut zu lindern bzw. auf Dauer zu beheben.
Es sei hier noch erwähnt, dass Periodenschmerzen unterschiedliche Ursachen haben und von Monat zu Monat variieren können (abhängig von emotionalem Befinden, Füllungszustand des Darms, Hormonen und Tragdauer/Verträglichkeit von Tampons).

Inkontinenz/Senkungsbeschwerden

Inkontinenz ist ein Thema, das Frauen aller Altersgruppen betreffen kann. Besonders  nach Geburten sollte möglichst früh mit gemäßigtem Training (Wahrnehmungs-, Atemübungen) begonnen werden, um zum einen Belastungen des Alltags stand zu halten und zum anderem prophylaktisch Senkungsbeschwerden entgegen zu wirken.
Das Gewebe wird im Alter schlaffer – das lässt sich nicht verhindern. Es ist jedoch ausschlaggebend, wie straff das Gewebe vorher war und ob die Strukturen soweit nachlassen, dass Symptome auftreten.

In der Einzeltherapie wird ein auf Ihre Bedürfnisse abgestimmtes Übungsprogramm erstellt, das Sie dann jederzeit eigenständig durchführen können.
Beckenbodengruppen bieten Ihnen neben der körperlichen Schulung auch die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen.
Die Integration der Übungen in ihren Bewegungsablauf und Alltag ist uns ein großes Anliegen. Zum Beispiel beim Zähneputzen, Busfahren oder Warten.

Narben

Es kann sich Narbengewebe bilden, das die Gewebsschichten untereinander verklebt und somit die Bewegung der Organe einschränkt. Dies kann die Funktion des betroffenen bzw. der umliegenden Organe beeinträchtigen.
Sollten also nach einer Operation Probleme in einem – auch weiter entfernt gelegenen – Körperteil auftreten, ist es ratsam diese Narbe behandeln zu lassen.
Empfehlenswert ist in diesem Falle das Kinesiotape, da es den Selbstheilungsprozess des Körpers beschleunigt und dem Gewebe einen zusätzlichen Schutz bietet.

Kurse/ Veranstaltungen

  • Vortrag zum Thema Beckenboden (mit praktischen Übungen) EKIZ Völs, Mi 9.11.2011

 


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